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GCTransAlps trifft Lost in MV: Zwei epische Geocaching-Touren im Vergleich

· Benjamin Gorentschitz
GCTransAlps trifft Lost in MV: Zwei epische Geocaching-Touren im Vergleich

Wer sagt, Geocaching sei ein ruhiges Freizeitvergnügen, hat offensichtlich noch nie von der GCTransAlps gehört – oder war noch nicht beim Lost in MV dabei. Beide Veranstaltungen stehen für das, was diese Community so besonders macht: den unbedingten Willen, Grenzen zu verschieben, ob in den Bergen oder an der Ostseeküste. Ich hatte das Glück, beide mitzuerleben, und seitdem lasse ich keine Gelegenheit aus, darüber zu reden.

GCTransAlps: Geocaching am Limit

Die GCTransAlps ist keine gewöhnliche Geocaching-Tour. Sie ist ein Abenteuer, das selbst hartgesottene Cacher an ihre körperlichen und mentalen Grenzen bringt. Zusammen mit Alexander Monsky (Berufsgeocacher) und Tim Krüger (Psycho_VM) habe ich die Alpen auf einer mehrtägigen Route überquert – von Oberstdorf bis nach Meran in sieben Etappen.

Die Route: Von Oberstdorf nach Meran

Die Strecke führte über einige der beeindruckendsten Landschaften, die Deutschland und Österreich zu bieten haben. Highlights waren der Aufstieg auf die Wildspitze (3.768 m), die Similaun-Besteigung (3.599 m) und eine echte Gletscherquerung. Kein Tag war wie der andere. An manchen Abschnitten schien die Sonne unerbittlich auf Fels und Firn, an anderen kämpften wir gegen Nebel und Kälte.

Das Besondere an der GCTransAlps ist, dass sie nicht nur eine sportliche Herausforderung ist – sie ist auch eine Geocaching-Tour mit echtem Konzept. Entlang der Route wurden Caches platziert, die die Etappen miteinander verbinden und den Teilnehmern zusätzliche Motivation geben. Das Geocaching.com-Blog hat das Team damals ausführlich vorgestellt – und wer die Geschichte dahinter kennenlernen möchte, sollte das Interview unbedingt lesen.

Vorbereitung ist alles

Ohne monatelange Vorbereitung läuft bei so einer Tour nichts. Die körperliche Fitness ist das Eine – aber die Ausrüstungsplanung, die Navigation und die Logistik sind mindestens genauso anspruchsvoll. Wer sich so eine Alpenüberquerung vornimmt, muss wissen, was ihn erwartet. Schlechtes Wetter, steile Abstiege, schwere Rucksäcke und GPS-Geräte, die bei Kälte schlapp machen – das gehört alles dazu.

Für alle, die sich selbst so etwas vorstellen können: Fangt mit kleineren Mehrtagestouren an. Radfahren und Zelten kombiniert – das ist eine super Schule für größere Expeditionen.


Lost in MV 2: Community pur auf dem alten Flugplatz

Ganz anders, aber nicht weniger unvergesslich: das Lost in MV 2 – ein Mega-Event in Mecklenburg-Vorpommern, das Hunderte von Geocachern aus ganz Deutschland auf das Gelände des alten Flugplatzes Pütnitz gelockt hat. Während bei der GCTransAlps die Stille der Bergwelt im Vordergrund steht, ist ein Mega-Event wie Lost in MV das genaue Gegenteil: laut, bunt, voll von Gleichgesinnten.

Was ist ein Mega-Event überhaupt?

Ein Mega-Event ist laut Geocaching-Richtlinien ein Treffen mit mindestens 500 Geocachern. Es ist die höchste Eskalationsstufe der Community-Events und entsprechend aufwendig organisiert. Das offizielle Listing des Lost in MV 2 auf Geocaching.com gibt einen guten Überblick über das, was die Veranstalter auf die Beine gestellt haben.

Geocaching trifft Geschichte

Der Standort selbst war schon ein Erlebnis: Das alte Flugplatzgelände in Vorpommern hat eine Geschichte, die man spürt. Mecklenburg-Vorpommern bietet generell eine einzigartige Kulisse für Outdoor-Aktivitäten aller Art – mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft vor der Haustür und der Mecklenburgischen Seenplatte als Rückzugsgebiet ist die Region prädestiniert für Geocaching-Abenteuer.

Das Event selbst bot neben dem obligatorischen Logbuch-Eintrag (ja, auch Mega-Events sind offizielle Geocaches!) ein umfangreiches Programm: Vorträge, Workshops, Tauschbörsen und natürlich jede Menge Caches rund ums Gelände. Und dann war da noch der Vortrag über die GCTransAlps – was für eine Freude, die eigenen Abenteuer vor einem echten Publikum zu teilen.


Was beide Touren verbindet – und was sie unterscheidet

Auf den ersten Blick haben eine mehrtägige Alpenüberquerung und ein Mega-Event in der norddeutschen Tiefebene wenig gemeinsam. Aber wer genauer hinschaut, erkennt den gemeinsamen Kern: Es geht immer um mehr als das Finden eines kleinen Behälters mit Logbuch.

GCTransAlps Lost in MV 2
Format Mehrtägige Geocaching-Tour Mega-Event (ein Wochenende)
Teilnehmer Kleines Team Hunderte Geocacher
Charakter Ausdauer, Natur, Einsamkeit Community, Spaß, Begegnung
Vorbereitung Monate Anmeldung reicht
Körperliche Anforderung Extrem hoch Niedrig

Beide Erfahrungen haben mir gezeigt, wie vielfältig Geocaching als Hobby sein kann. Es ist eben nicht nur „Dose suchen". Es ist Abenteuer, Gemeinschaft, Naturerlebnis und manchmal auch ein bisschen Wahnsinn – im besten Sinne.

Tipps für alle, die noch kein Mega-Event oder keine große Tour gemacht haben

Für den Einstieg ins Event-Caching: Fang mit kleineren Events in deiner Region an. Das Lost in MV ist groß und manchmal überwältigend – wer noch nie auf einem Event war, sollte sich erst mit der Atmosphäre vertraut machen.

Für die erste große Tour: Plane realistisch. Eine Alpenüberquerung wie die GCTransAlps ist nichts für den ersten Sommer. Aber selbst einfachere Mehrtagestouren, zum Beispiel auf Radwegen mit gelegentlichen Caches, können unglaublich befriedigend sein.

Allgemein: Vernetze dich mit der Community. Ob über Geocaching.com, regionale Stammtische oder Events – die deutschen Geocacher sind eine offene und hilfsbereite Gruppe. Gute Kontakte machen solche Projekte erst möglich.

Die GCTransAlps und das Lost in MV 2 bleiben für mich zwei der prägendsten Erlebnisse, die dieses Hobby mir geschenkt hat. Und das Schöne ist: Die nächste Tour, das nächste Event, der nächste unvergessliche Moment – die warten schon irgendwo da draußen.