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Die schönsten Geocaching-Touren in Nordrhein-Westfalen

· Benjamin Gorentschitz
Die schönsten Geocaching-Touren in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen hat in der Geocaching-Szene einen etwas unterschätzten Ruf. Viele denken zuerst an Alpen, Schwarzwald oder Küste – aber wer mal ein Wochenende lang durch den Teutoburger Wald oder das Sauerland geschlichen ist, Cache-Gerät in der Hand und Schlamm an den Schuhen, der weiß: NRW kann richtig was. Und das ganz ohne stundenlange Anreise.

Ich hab hier ein paar Routen und Gegenden zusammengestellt, die ich selbst kenne oder die mir von anderen Cachern wärmstens empfohlen wurden. Kein Anspruch auf Vollständigkeit – aber ein guter Startpunkt.

Geocaching Lünen und das Ruhrgebiet: Urban Caching at its best

Wer denkt, in Städten findet man nur langweilige Tradi-Dosen unter Laternen, hat das Ruhrgebiet noch nicht richtig erkundet. Geocaching in Lünen und den umliegenden Städten überrascht oft mit kreativ platzierten Caches an alten Industrieanlagen, Zechengebäuden und entlang der Lippe.

Die Lippe selbst bietet einen wunderschönen Radweg, den man prima mit einem Caching-Trip kombinieren kann. Mehrere Multi-Caches führen entlang des Flussufers durch Natur, die man mitten im Ruhrgebiet kaum erwartet. Ideal für einen entspannten Sonntag mit dem Rad.

Dortmund: Mehr als nur Fußball

Ein Abstecher nach Dortmund lohnt sich. Rund um den Westfalenpark und entlang des Phoenix-Sees gibt es eine gute Auswahl an Caches – von Einsteiger-freundlichen Tradis bis hin zu mehrstufigen Multis, die einen durch weniger bekannte Ecken der Stadt führen. Wer innerstädtische Mystery-Caches mag, wird in Dortmund gut beschäftigt sein.

Der Teutoburger Wald: Klassiker mit Charakter

Der Teutoburger Wald ist für viele NRW-Cacher so etwas wie ein zweites Wohnzimmer. Die Gegend rund um Detmold, Horn-Bad Meinberg und das Externsteine bietet eine dichte Caching-Dichte auf abwechslungsreichem Gelände: Felsformationen, Waldpfade, weite Aussichten.

Besonders lohnt sich die Suche nach Caches rund um die Externsteine selbst – eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten in NRW und gleichzeitig ein Gebiet, in dem gut getarnte Caches auf einem warten, wo man sie am wenigsten erwartet.

Tipp: Hermannsweg

Wer körperlich fit ist und einen langen Tag draußen verbringen will: Der Hermannsweg verbindet Rheine mit Detmold über rund 156 Kilometer. Entlang dieser Route sind zahlreiche Caches gelegt. Man muss nicht die Gesamtstrecke laufen – schon Abschnitte von 15 bis 20 Kilometer bringen eine ordentliche Ausbeute und tolle Landschaft.

Sauerland: Berge, Wälder, ordentlich Schlamm

Das Sauerland ist für mich persönlich eines der dankbarsten Gebiete in ganz Geocaching NRW. Die Kombination aus Höhenunterschieden, dichten Wäldern und teils wirklich abgelegenen Pfaden macht das Cachen hier zu einem echten Abenteuer.

Rund um Winterberg und Schmallenberg gibt es ausgedehnte Multi-Cache-Runden, die sich über mehrere Stunden ziehen und echte Orientierung abverlangen. Nichts für Leute, die nur schnell Zahlen loggen wollen – aber genau das Richtige, wenn man mal wieder richtig in der Natur versinken will.

Winter-Caching im Sauerland

Ein Hinweis für alle, die im Winter unterwegs sind: Bei Schnee wird das Sauerland zum Suchspiel auf einem anderen Level. Was im Sommer offensichtlich aussieht, verschwindet unter einer Schneedecke komplett. Gute Karten, festes Schuhwerk und ein bisschen Geduld sind dann Pflicht.

Niederrhein: Flach, aber unterschätzt

Den Niederrhein nehmen viele nicht ernst – zu flach, zu wenig spektakulär. Stimmt nicht. Die Region rund um Xanten, Kalkar und Kleve hat einige wirklich gut designte Caches, oft mit historischem Bezug (römische Geschichte, mittelalterliche Burgen). Wer mit dem Rad unterwegs ist, findet hier außerdem entspanntes Gelände ohne große Höhenmeter.

Praktische Tipps für Geocaching NRW

  • App und Karten: Für die Planung hilft geocaching.com natürlich als Hauptanlaufstelle, aber viele Cacher aus NRW kombinieren das mit Offline-Karten für weniger gut erschlossene Gebiete.
  • Jahreszeit beachten: Im Frühjahr nach dem Regen kann's im Sauerland und Teutoburger Wald ordentlich matschig werden. Entsprechendes Schuhwerk ist kein Luxus.
  • Multi-Caches vorbereiten: Gerade bei längeren Multis lohnt es sich, die erste Station vorab zu recherchieren – manch eine Route führt durch Gelände, das bei Dunkelheit unangenehm werden kann.
  • Community nutzen: In NRW ist die Caching-Community aktiv. Stammtische, lokale Events und MEGA-Events in der Region bieten die Chance, anderen Cachern zu begegnen und Tipps aus erster Hand zu bekommen.

NRW hat eben doch mehr zu bieten als graue Großstädte und Autobahnen. Man muss nur wissen, wo man hinschauen soll – oder eben, wo die nächste Dose versteckt ist.