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Was sind Trackables und Travel Bugs? Alles über VIP-Prässe-Token und Co.

· Benjamin Gorentschitz
Was sind Trackables und Travel Bugs? Alles über VIP-Prässe-Token und Co.

Wer beim Geocaching nicht nur Dosen findet, sondern auch kleine Reisende entdeckt, die sich von Cache zu Cache bewegen – der ist auf Trackables gestoßen. Und spätestens wenn man zum ersten Mal einen Travel Bug in den Händen hält und sich fragt „Was mache ich jetzt damit?", weiß man: Da steckt mehr dahinter als ein simples Stück Metall.

Was ist ein Trackable überhaupt?

Ein Trackable ist ein Gegenstand mit einem eindeutigen Code – dem sogenannten Tracking-Code. Dieser Code ist auf dem Objekt eingraviert oder aufgeklebt und lässt sich auf geocaching.com in eine Tracking-Seite eingeben. Dort sieht man die gesamte Reisehistorie: Wo wurde das Teil zuerst aktiviert? Welche Caches hat es besucht? Wie viele Kilometer hat es zurückgelegt?

Das Faszinierende daran ist, dass Trackables von Geocacher zu Geocacher weitergegeben werden – jeder, der es findet, loggt es und legt es irgendwo anders wieder ab. So reist ein kleines Objekt durch die Welt, ohne dass sein Besitzer auch nur einen Schritt vor die Tür treten muss.

Travel Bugs – die Klassiker unter den Trackables

Der wohl bekannteste Trackable-Typ ist der Travel Bug. Das ist eine Metallmarke (ähnlich einer Erkennungsmarke) mit dem Logo von Groundspeak – dem Betreiber von geocaching.com – und dem einzigartigen Tracking-Code. Travel Bugs werden meist an einem Anhänger oder einem Gegenstand befestigt, der dann als eigentlicher „Reisende" gilt. Das kann eine kleine Spielzeugfigur sein, ein Schlüsselanhänger, eine Muschel – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Besitzer geben ihrem Travel Bug oft eine Mission mit: „Reise nach Süden", „Besuche so viele verschiedene Länder wie möglich" oder „Sammle Fotos von schönen Sonnenuntergängen". Wer den Bug findet, trägt am besten zur Mission bei.

So funktioniert das Weitergeben

  1. Trackable im Cache finden
  2. Den Tracking-Code auf geocaching.com eingeben und als „Retrieved" loggen
  3. Weiterreisen, den Trackable im nächsten passenden Cache ablegen
  4. Als „Dropped Off" loggen – fertig

Klingt einfach, und das ist es auch. Trotzdem lassen viele Trackables monatelang im selben Cache vor sich hin vegetieren, weil Finder nicht wissen, was sie damit sollen. Deshalb: Wenn du einen Trackable aufnimmst, bring ihn auch wirklich weiter.

Geocoins – die edlen Geschwister

Geocoins funktionieren genauso wie Travel Bugs, sehen aber deutlich schicker aus. Sie sind meist aus Metall geprägt, oft mit aufwendigen Designs, Gravuren oder sogar verschiedenen Farben. Manche Geocoins sind echte Sammlerstücke – limitierte Auflagen, die auf Events oder in Foren gehandelt werden.

Es gibt zwei Arten von Geocoins:

  • Aktivierbare Geocoins – haben einen eigenen Tracking-Code und können als Trackable durch die Welt reisen
  • Sammel-Geocoins – ohne Code, rein zum Behalten und Sammeln

Auf Events wie MEGA-Events oder regionalen Caching-Treffen werden Geocoins häufig getauscht oder verschenkt. Wer viel auf Events unterwegs ist, sammelt so über die Jahre eine beeindruckende Kollektion.

VIP-Prässe-Token – was steckt dahinter?

VIP-Prässe-Token klingen erstmal nach etwas sehr Speziellem, sind im Prinzip aber auch Trackables – nur mit besonderem Hintergrund. Der Begriff „Prässe" leitet sich vom englischen „Brass" (Messing) ab und beschreibt geprägte Metallmünzen oder Medaillen, die oft als exklusive Variante von Geocoins gelten.

„VIP" steht meist dafür, dass diese Token auf Events als besondere Erkennungszeichen oder Belohnungen vergeben werden – etwa für besonders aktive Teilnehmer, Volunteers oder als Gewinn bei Verlosungen. Sie sind nicht zwingend dazu gedacht, durch die Caches der Welt zu reisen, sondern haben oft mehr Souvenir-Charakter. Trotzdem kann man sie natürlich mit einem Tracking-Code aktivieren und auf Reise schicken.

Trackables auf Events gewinnen oder verschenken

Events sind der perfekte Ort, um in die Welt der Trackables einzusteigen. Auf fast jedem größeren Geocaching-Event – ob kleines Lokaltreffen oder riesiges MEGA-Event – gibt es:

  • Verlosungen mit Geocoins oder Travel Bugs als Preise
  • Tauschbörsen, wo Geocacher ihre Doppelstücke anbieten
  • Event-Trackables, die extra für das Event geprägt wurden und als Erinnerungsstück dienen

Wer selbst einen Trackable verschenken oder ins Spiel bringen möchte, kauft einfach Travel Bug-Marken bei geocaching.com, aktiviert sie im Account und befestigt sie an einem geeigneten Gegenstand. Dann einfach in einen Cache legen – und die Reise beginnt.

Ein paar Tipps aus der Praxis

Nicht hamstern. Ein Trackable, der ewig in deiner Jackentasche schläft, macht niemanden glücklich – am wenigsten den Besitzer. Nimm nur auf, was du auch wirklich zeitnah weitergeben kannst.

Mach ein Foto. Fast alle Trackable-Besitzer freuen sich über Fotos von ihrem Reisenden an einem neuen Ort. Ein kurzes Bild beim Ablegen kostet nichts, macht aber einen riesigen Unterschied im Log.

Passendes Cache wählen. Trackables brauchen Platz. In einen Nano-Cache passt ein Travel Bug-Anhänger nunmal nicht rein – da hilft alles Wollen nichts.

Die Welt der Trackables ist ein eigenes kleines Universum innerhalb des Geocachings. Einmal drin, möchte man kaum noch eine Tour machen, ohne zumindest einen Blick auf die Caches mit Trackable-Symbol zu werfen.